Housi Moser

Gstalter u Verwalter

(18.3.2006)

S'git Lüt, die gstalte d Wält - u s'git Lüt, die verwalte d Wält
U zerscht si immer die, wo gstalte
U de nächäär chöme die, wo ds Gstaltete verwalte
Die bruuchts, die luege für Ornig
Hälfe, das Gstalter nid über ds eigete Gstaltete desine stogle
Si tüe ds Gstaltete i Mäppli, Gstell, i Ördner, i Bibliotheke u Museè
I Schuelbüecher u Glas-Chäschte
I Schublade u Vitrine

U gäng wie gäng verschiebt sech ganz süüferli
Ds Glichgwicht
U d Ornig nimmt zue
U d Gstaltig nimmt ab
D Chöschte für d Ornig, die stige
S Verwalte bruucht Zit u bruucht Gält u bruucht Lüt
U s Gstalte isch gfährlich wiè alles wo neu isch
Gäng weniger si's wo ds Abentür sueche
Wo d'Ängscht chöi preschtiere
Vom Wüürble mit Sache
Wo nie ein het gmacht
No nie ein het teicht
No nie ein het gfüelt

D Freud ar Ornig, Drang zur Verwaltig
Geit Hang ir Hang mit dr Angscht vor em Unsicher-Neue, Verruckte
Vor Abentüür, Überraschig
Vor Chaos u Kunscht.

U nienet geits e so ordelig zue wien ir Schwiz
U niene töötelets meh iden Ämter
Wo lengschtens nümme tüe hälfe u diene
U ds Gstalte ermügliche, fördere hie
Si leite u länke, begränze u drücke
U gäng ume chliiner wird d Freiheit vom Täll
Dr Gessler vo hüt het es längs Formular
Wo dr Schuss uf ds eigete Chind tuet verwalte
Er git sech sozial u all si ihm gliich:
Gliich weni, gliich phoue, gliich gstutzt u gliich glänkt
Er tröimt vome Fliessband, vom Möntsch DIN A4
Wo alli u alles isch gordnet u gliich

Si sì liis u langsam, d Verwalter
U doch gits no öppen e Gstalter wo Stoub ufwüürblet
D Verwalter, si waarte
Ohni Bewegig im Usse
Ohni Erregig im Inne
Si waarte, bis sech de Stoub wider gleit het
Sich bindt mit em Moder vo gstorbne verwäsende Gstalter

U will's sech nid ufrege, spare si Läbeszit
Zit ohni Farb ohni Höchs, ohni Teufs – eifach Zit
Überläbe d Gestalter wo schletze, sech uusgä
Begeischterig zeige
Vor Läbesluscht sprüe
Vor Ideene verplatze
Vor Liebi u Hiigab verströme a das wo se gstalte

D Verwalter, si waarte, Zit schafft für seie
U einisch dasch gwüss, da chunt de dr Tag oder d Nacht
Wo dr letschti Gstalter het ds Zitliche gsägnet
Wo rüebig u fridlech u läblos u still
Verwalter für immer ds gliich Alte verwalte
Ke Stoub me, ke Würbu, ke Läbe – nu Zit
Schwizer-Zit