HORSES

HORSEMANSHIP

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Deborah Schaad und Slevi - gelebte Horsewomenship

 

Djoleena und Zweibein-Mami Céline Vallotton - Liebe auf den ersten Blick

Djoleena und 'richtige' Mami Spooley, die mit Céline CC-EM der Jungen Reiter und Elite-SM lief. Djoleena scheint es zu geniessen, gleich zwei Mamis zu haben...

"Schön ist es auf der Welt zu sein..." mit 2 1/2 strahlt Djoleena unerschütterliches Vertrauen aus

 

"Man soll seinem Partner Pferd, dem Fluchttier, immer das Gefühl für die Möglichkeit geben, dass es nach vorne wegpreschen kann"
FEI-Vielseitigkeits- und Dressurrichter Christoph Hess zum Thema 'Rollkur' und Zwang

 

 

Ethik und Ehrgeiz

updated 22.7.11./cam

Bei der letzten Teilnehmerin der B3 in herrschte merkwürdige Stille, die sich erst löste, als die Juniorenschweizermeisterin mit dem von ihrem Trainer zur Verfügung gestellten Pferd beim Siloballen-Sprung einen Stopp kassierte. Wer die Hintergründe dieser Paarung kannte, konnte das Missgeschick kaum richtig bedauern. Die Demonstration, die die Juniorin bot, war jedenfalls deutlich, nachdem sie sowohl von mir hier auf meiner Website (siehe Artikel 'Die Qual der Wahl' vom 29.6.11) wie von Verbandsoffiziellen um eine klare Stellungnahme gebeten wurde, ob und wie sie - immerhin qualifiziert für die EM der Junioren - mit dem gleichen Trainer weitertrainieren wolle nach allem, was vorgefallen ist. Die junge Dame wich den ganzen Tag kaum von der Seite ihres Trainers und ritt dann auch ohne Scheu das früher von 'ihrem Vorbild' - der Tochter ihres Trainers - ausgebildete und vorgestellte Zweisternpferd , um dessen Besitz in der Familie heftig gestritten wurde. Natürlich darf man sich als 'Jockey' auf die Haltung festlegen, ein Pferd habe keine Geschichte - und sich einfach auf alles setzen, was einem unter den Hintern geschoben wird. Diese Haltung ist nicht neu und soll laut Insidern in Springsportkreisen durchaus häufig eingenommen werden, wenn es darum gehe, sich einen Spitzencrack zu sichern. Aber man kann auch so reagieren wie einige deutsche Top-Dressurreiterinnen und -reiter, als ihnen von Paul Schockemöhle der Jahrhunderthengst Totilas angeboten wurde. So verlockend es für jeden Dressurreiter der Welt wohl ist, dieses Überpferd zu reiten - sie sagten Nein, aus Solidarität zu Edward Gal, aus Fairness und auch um ein Zeichen zu setzen, dass diese Art des Schachers nicht mit ihrer Vorstellung von Horsemanship zu vereinbaren sei. Ich ziehe vor allen, die dieser Versuchung widerstanden, den Hut - und hätte ihn auch vor der Juniorin gezogen, wenn sie hier Stil gezeigt und auf das Angebot verzichtet hätte.

Natürlich darf man auch über die Frage streiten, inwiefern eine 17-Jährige für ihr Tun und Lassen voll verantwortlich sei oder ob ein so junger Mensch nicht die Ausrede 'verminderter Autonomie' oder gar 'verminderter Zurechnungsfähigkeit' habe. Ich für mein Teil nehme junge Menschen im Zweifelsfall immer für voll und traue ihnen eigenständige Entscheidungen zu. Als Reiterin hat die zweifache Juniorenschweizermeisterin bereits grosse Übung im Treffen von blitzschnellen und völlig autonomen Entscheidungen. Denn im Cross unterwegs kann man weder die Eltern noch den Trainer fragen, was man tun soll. Man entscheidet schnell und - wenn man nicht zu der Sorte nichtsnutziger Reiter gehört, die bei jedem Missgeschick dem Pferd die Schuld geben - erlebt auch sofort, dass man verantwortlich ist für seine Entscheidungen.

So kann ich mir auch im vorliegenden Fall nicht vorstellen, dass die Eltern, Grosseltern, der Trainer oder der helvetische Sportminister soviel Druck auf die zarte Dame gemacht hätten, dass sie sich wider eigenen Willen dazu hergegeben hätte, ein Pferd a zu reiten, das über mehr Ausbildung und CC-Erfahrung verfügt als alles, was sie bisher geritten hat. Das heisst nicht, dass sich in einem Verfahren nicht eine hauchig-linke Gender-Psychologin fände, die dem armen Kinde völlige Unzurechnungsfähigkeit bescheinigen würde - es heisst nur, dass ich für mich sie mitsamt ihren Entscheidungen ernst nehme - und damit auch als direkt für ihr Tun verantwortlich einschätze. Die Reiterin wirkte bei ihrem Ritt auch keineswegs wie eine zum Ritt Gezwungene oder wie jemand, der sich von einem guten Pferd fast willenlos und passiv über eine vergleichsweise einfache Strecke tragen liess. Die technisch durchaus starke Juniorin ritt wie immer aktiv zupackend und geschickt - bis auf die nicht optimal geglückte Linkskurve zu Sprung 7. So sieht kein geplagtes, leidendes, von aussen gezwungenes, schüchternes junges Mädchen aus. Es war das Bild einer ehrgeizigen Amazone, die genau weiss, was sie tut.

 

Lehren daraus

Lernen kann man auch aus solchen an sich wenig erspriesslichen Situationen einiges. Ich ziehe für's erste folgende Lehren:

- wenn es um Erfolg, Geld oder Macht geht, stehen Stil, Moral und - in unserem Fall - Horsemanship und Fairness oft hintenan;

- so zart und sensibel, wie sich hübsche junge Talente nach aussen gerne geben, sind erfolgsverwöhnte Kinder oft nicht mehr, wenn der Ehrgeiz die Oberhand gewinnt; damit möchte ich auch ein Signal an alle diejenigen Leser geben, die in den letzten Wochen Partei für die 'unter dem medialen Druck leidende' junge Dame ergriffen haben;

- so schön es ist für Heranwachsende, wenn sie von ihrem Umfeld tatkräftig unterstützt werden in ihrem Streben nach Erfolg, so rasch kann sich diese Unterstützung auch kontraproduktiv auswirken, sei es, dass sich Werte vor lauter Fokussierung auf den Erfolg verschieben, sei es, dass sie im Unterstützten erst gar nicht ausgebildet werden;

- weder Medien noch Verbandsoffizielle haben grosse Einflussmöglichkeiten, wenn es um Fragen der inneren Haltung, des Stils, des Anstands, der Gewichtung von Horsemanship und schnellem Erfolg geht; Sportlichkeit und Fairness lassen sich weder verordnen noch durch mediale Thematisierung erzwingen - sie bleiben der Entscheidung jedes Einzelnen überlassen - und das ist auch durchaus gut so;

- die Hoffnung stirbt zuletzt: vielleicht braucht es ja einfach noch ein wenig Zeit, bis die Einsicht reift, dass es auch Wege zum Erfolg gibt, die vielleicht etwas länger, etwas gewundener, etwas steiler sind, aber auf denen man jederzeit guten Mutes in den Spiegel schauen kann...

 

Ustü für Knastbrüder

2.7.11/cam. Für alle, die nie gedient haben bei der lieben guten alten Schweizer Armee, die unsere linken Freunde so gern abschaffen würden: 'Ustü' steht im militärischen Diskurs für 'Unterstützung', und das Kürzel gefällt mir nur schon darum so ausnehmend gut, weil es fast wie ein walliserdeutsches Verb klingt. Hier geht es aber um illegale Ustü in Kuchenform, die mir von verschiedenen Damen in liebenswürdiger Weise angeboten wurde für den Fall, dass das Model eines schönen, kaugummikauenden An- und Abwalts im Auftrag eines renommierten Pony-Dressööörs das hohe Gericht überzeugen könnte, dass all die Lästermäuler, die es nicht lassen können, ihre grossartigen Taten zu besingen, endlich gestopft und die dazugehörigen Pfoten wenn nicht abgehackt, so doch tastaturfern behandschellt gehören.

All die Kuchenback- und Fresspäcklischickwilligen seien hiermit herzlich verdankt. Nicht auszuschliessen, dass ein dergestalter Knastaufenthalt für mich sogar zu einem kulinarischen Höhenflug geriete! Ich will die Ustü-Anbieter hier nicht alle namentlich nennen, da die meisten mehr oder weniger deutlich auch Fluchthilfe versprachen, was sie ja selber in den Strudel illegaler Machenschaften risse, in dem ich aus der Sicht edler Feinde bereits zwirbele. Eine der kuchenbackwilligen Rösselerinnen muss ich aber nennen, um sie als Poetin zu würdigen, denn die dichtende Rösselerin Anita Glunk aus dem trutzigen Appenzellerland bekundet ihre Ustü-Bereitschaft sogar in Versform:

"Wenn alle Stricke reissen
im Knast dich Flöhe beissen
auch wenn die Dämme brechen,
ich geb dir das Versprechen:

Ich werde dich besuchen
und bring dir einen Kuchen,
den ich in Windeseile
gebacken hab, mit Feile.

Wart dann, bis es passend ist
und man dich nicht gleich vermisst,
säg' das Gitter schnell entzwei
und du bist schon wieder frei!"


wo ist die verd.... Feile???

Tja, ob die lieben Kläger da nicht gleich einen Eventualantrag auf präventive Verhaftung dieser potenziellen Fluchthelferin stellen sollten? Überhaupt herrscht da ja in den Hirnen und - so vorhanden - Herzen der Betroffenen übelste Verdunkelungs- und Wiederholungsgefahr - warum nicht einfach zuschlagen? Zuschlagen hat sich doch bewährt, oder nicht?

 

Die Qual der Wahl

29.6.11/cam. Kein Tag ohne Ogi'sches 'Freude herrscht!' Wie wir aus gut unterrichteter Quelle erfuhren, hat Jörg Bodenmüller nicht nur - mehr oder weniger freiwillig - seine Ämter, sondern auch - offenbar völlig freiwillig - seine Reitstiefel an den legendären Nagel gehängt. Nun gibt es da noch ein paar Equiden wie z.B. den der Tochter entzogenen Lucca, mit dem der alte Kämpfer ja immerhin schon fehlerfrei über den Zweisternkurs von Radolfzell segelte vor ein paar Wochen. Und diese feinen Tierchen sollen ja nicht einfach von Wander- und Freizeitreitern durch die Pampa gesteuert werden, sondern weiterhin im edlen CC-Sport Trophäen holen. Nun: wer bietet sich da an als Pilotin? - Sie haben es erraten: selbstverständlich keine der Töchter, mit denen man ja in Hader lebt, sondern just die Schülerin, von der in den untenstehenden Texten vom 12. und 28.6.11 die Rede ist. Für eine junge kompetitive Reiterin natürlich ein höchst verlockendes Angebot. Und diese 'neuen' bzw. zusätzlichen Pferde wären es dann auch schon gewohnt, dass man sie etwas härter anpackt, wenn sie nicht haargenau das an haargenau dem Punkt in haargenau der Art und Weise tun, wie es der Beherrscher im Sattel verlangt. - Und jetzt kommen da diese Softys und wollen uns mit ihren kitschigen Schnuckiputzer-Argumenten diese Karriere-Chance vermiesen? -

Im Gegenteil: Wir möchten der jungen Frau ein paar Entscheidungsgrundlagen vermitteln für ein nachhaltiges, langandauerndes und durchaus auch mit Sporterfolgen verziertes Rösselerinnenleben auf dem Boden des Miteinanders von Mensch und Pferd. Zugegeben, für naturferne Menschen, die sich als 'Krone der Schöpfung' verstehen, für Leute, die Tiere - oder sogar alles, was sie wahrnehmen - als Gestaltungsmasse, als nach eigenem Gutdünken zu benutzende 'Resources' ansehen, mag unser Plädoyer für Horsemanship etwas 'old-fashioned' wirken. Zum Beispiel die Bewunderung für Rösseler, die nicht aufgeben, wenn mal etwas nicht gleich klappt, die Geduld haben, sich helfen lassen, oder am Schluss schlicht das machen mit ihrem Partner, was beiden Spass macht - und nur soviel davon, dass beiden die Freude nicht abhanden kommt.

Was für ein Gegensatz zu den 'Sportgeräte-Rösselern', die die 'Böcke' solange auswechseln, bis einer anstrengungslos das tut, was er soll. Aber auch hier interessieren mich viel weniger die berechnenden Verkäufer oder die ehrgeizigen Eltern, die ihren Kindern Pferde wie Spielzeugautos nachwerfen, sondern die Kinder selbst, die mit dieser instrumentalisierten Vorstellung vom Pferd als einem austauschbaren Gerät aufwachsen. Diese frühe Prägung der Menschen, die in sehr naher Zukunft unseren Sport in der Hand haben und weiter gestalten, scheint mir entscheidend. Die Zeit vergeht im Flug - und bald sitzen die heutigen Junioren an allen Schaltstellen der Schweizer Rösselerszene. Und ich stehe zu meiner grenzenlosen Naivität: Ich möchte, dass das Wohlergehen des Pferdes auch in 20 Jahren nicht nur Lippenbekenntnis, sondern gelebte Wirklichkeit ist, dass Horsemanship im SVPS mehr zählt als Sporterfolg - und dass Unternehmer gerne Rösseler einstellen, weil sie bei ihnen Achtsamkeit, Sozialkompetenz und Teamfähigkeit als gut ausgeprägte Eigenschaften vermuten. Und ich träume davon, dass das Motto von Jean-Jacques Fünfschilling, einem der letzten Reiter, der in allen Sätteln zuhause war und der auch als Züchter grandiose Erfolge feierte und immer noch feiert, in allen Reithallen gross an den Wänden prangt:

"Pferde sind keine Arbeiter, sondern Künstler!"

 

Gefängnisluft?
oder
Worum es mir wirklich geht

28.6.11/cam. Soeben erreicht uns die frohe Botschaft, dass Jörg Bodenmüller doch noch nicht genug Justizluft geschnuppert zu haben scheint. Kaum hat er sich durchgerungen, den Fall Karioka doch nicht noch bis nach Brüssel weiterzuziehen, kaum hat sich der Klamauk um Lucca gelegt, den er seiner talentierten Tochter mit Anwaltshilfe wegschnappte, reizt ihn doch schon wieder die Aussicht auf neue Streitereien, die doch wenigstens immer wieder etwas Medienpräsenz bescheren. Diesmal will er den SEC im allgemeinen und den bibabösen Schreiberling im speziellen einklagen wegen des unten stehenden kurzen Texts vom 12.6.11, auf dass selbiger Redaktööör - am liebsten natürlich samt der attraktiven Präsidentin - hinter Gittern schmore auf immerdar. Das darf der streitbare Einzelkämpfer selbstverständlich machen, vielleicht hat er ja sonst nicht mehr so viel Aufregendes zu tun?

Das einzige, was mich daran stört, ist, dass damit der Fokus sich wieder auf ihn richtet, anstatt auf die vielen jungen Menschen im Umfeld. Ich bin zwar von Haus aus Jurist, aber nicht Strafrechtler. Mich interessieren nicht die BösewichtInnen, sondern die in deren Dunstkreis Heranwachsenden. Auch im Karioka-Fall interessierten mich die teils ernsthaft traumatisierten Augenzeuginnen, die zusehen mussten, ja zum Teil Befehle ausführen mussten, die dazu beitrugen, dass das Pony zu Tode kam. Was geht in einem jungen Menschen vor, der miterlebt, wie der Chef, ein Tierarzt, ein Reitlehrer, ein erfolgreicher Reitsportler, so umgeht mit einem Tier? Gibt es nicht einige, die sich zwar emotional durch das Wahrgenommene abgestossen fühlen, sich aber sukzessive innerlich auch so verhärten, bis sie sich an diese Art von Härte im Umgang mit Tieren gewöhnen - und am Schluss diesem 'Vorbild' sogar ähnlich werden? Eine der vielen Lehrtöchter, die ihre Lehre bei ihm abgebrochen haben, sagte mir einmal: "Ich wollte unbedingt die Lehre durchziehen und biss auf die Zähne. Aber irgendwann erkannte ich: entweder gehst du drauf - oder du wirst wie er. Da habe ich gekündigt."

Seit Jahrzehnten ist mir der partnerschaftliche Umgang mit Tieren und im speziellen mit Pferden ein Anliegen, das ich unter dem schwer übersetzbaren Begriff 'Horsemanship' subsumiere. Dieses Engagement versuche ich im Alltag mit unseren Tieren, als Reiter, Trainer und Ausbilder zu leben, aber auch als Autor von Märchen, Geschichten, Kolumnen und Fachbüchern. Ein paar Beispiele finden sich auf dieser Website (HIER der Link).

Auch im obigen 'Fall Bülach' - das Wort 'Fall' meint hier 'Ereignis' und soll nicht suggerieren, es sei bereits ein Verfahren eröffnet, sonst hätte ich den terminus technicus 'Verfahren' gewählt - geht es nicht um Bodenmüller, sondern um seine Schülerin. Was geht in dieser sympathischen jungen Frau vor, die mithilfe Bodenmüllers bereits beachtliche Erfolge in unserem Sport erzielte, wenn sie erlebt, was sie wahrscheinlich nicht das erste Mal in Bülach erlebte: ein Mass von Gewalt gegenüber dem Tier, das Umstehende immerhin dazu bringt, sich so vehement zur Wehr zu setzen, dass ihrem Trainer erklärt wurde, er sei "bis auf weiteres unerwünscht auf diesem Platz" (so formulierte es Stallbesitzerin Yvonne Bont mir gegenüber) und als Technischer Delegierter der unmittelbar darauf stattfindenden Veranstaltung ersetzt wurde, was sogar noch spezielle Verbandsaktivitäten erforderte, da auf die Schnelle nur jemand als Ersatz gefunden wurde, der auch als Dressurrichter amtete? Die Schülerin meldete ihre bereits bezahlten Starts sofort ab, obwohl ihr die Stallbesitzerin erklärte, der Platzverweis gelte nur für Bodenmüller, nicht für sie. Kann man daraus schliessen, dass sie sich mit dem Trainer solidarisierte und damit auch dessen Verhalten dem Pferd gegenüber für richtig - oder zumindest für 'unvermeidbar' befand? Oder kam Druck vom Umfeld, von den Eltern, vom Trainer selbst? Reagiert jemand von der Disziplin CC oder vom Dachverband auf die Vorfälle? Der SVPS bekennt sich in seinem Leitbild dazu, sich nicht nur für Sporterfolg, sondern für das Wohl des Pferdes einzusetzen. Und die Förderung des Nachwuchses zählt zu den prioritären Verbandszielen. Wäre das nicht Grund genug, sich einzumischen und mitzuhelfen, dass junge ReiterInnen möglichst im Sinne von Horsemanship geprägt werden auf ihrem Weg? Oder haben die Verantwortlichen vielleicht Angst, sich die Finger zu verbrennen, oder gar ebenfalls eingeklagt zu werden, wie mir das jetzt zu blühen scheint?

Inzwischen ereigneten sich auch Vorfälle mit Ponykindern, die in die gleiche Richtung gehen: Überforderung der Ponys und der Kinder aus Ehrgeiz, aus Unverstand, aus Mangel an hippologischer und/oder pädagogischer Fachkompetenz. Am Schluss sind alle 'sauer', die Ponys halten, die Kinder heulen, die Eltern hadern. Wäre das nicht eine vornehme Aufgabe für Verbandsoffizielle, sich hier geschickt, diplomatisch einzubringen und dem Verbandsleitbild Nachachtung zu verschaffen? Was zählt denn am Schluss mehr: mit Zwang, Gewalt, Grobheit, Rücksichtslosigkeit, Tricks und Trug ein paar glitzer-glänzende Pokale stemmen zu können - oder über den Weg von Horsemanship in jungen Menschen wichtige Charaktereigenschaften wie liebevolle Zuwendung, Freundschaft, Partnerschaft, Teamfähigkeit, Geduld, Gelassenheit, Ausdauer, Fleiss, Nachhaltigkeit, Achtsamkeit und - ja ich verwende das altmodische Wort ganz bewusst - Demut zu fördern?

Das sind die Fragen, die mich interessieren. Die 'Fälle' sind nur Beispiele, die helfen, die Fragen zu veranschaulichen. Und vom Gefängnis aus kann man heutzutage bestimmt weiterschreiben - so gesehen hält sich die Panik in Grenzen :-)

 

25.6.11: "Kein Schuldeingeständnis" Artikel im 'Landboten' von Monika Schubarth

 

Fall KARIOKA abgeschlossen - "Fall BÜLACH" eröffnet?

12.Juni 2011/cam.
Wie bekannt wurde, zieht Jörg Bodenmüller das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur in Sachen Polopony Karioka nun doch nicht weiter an die nächsthöhere Instanz. Damit ist die Verurteilung rechtskräftig geworden und die Rösselergemeinde wartet interessiert darauf, ob im SVPS, im OKV und allfälligen anderen Gremien, in denen der Verurteilte Funktionen innehat, darauf reagiert wird, zumal ein weiterer Vorfall vor kurzem in Bülach zeigte, wie wenig er aus dem Prozess gelernt zu haben scheint. Pensionäre des Stalls Rheinsberghof beobachteten, wie Bodenmüller das Pferd einer Schülerin derart grob verprügelte, dass er von den Stallbesitzern des Platzes verwiesen und auf absehbare Zeit zur 'persona non grata' im Rheinsberghof erklärt wurde. Als TD beim CNC Bülach wurde Bodenmüller kurzfristig durch Joseph Burger ersetzt. Zu hoffen bleibt, dass die Schülerin und ihr Umfeld ihre Lehren aus dem Vorfall ziehen und in Zukunft Horsemanship dem kurzfristigen Erfolg vorziehen. Wenn nicht, wäre dies unseres Erachtens eine Aufgabe für die Verantwortlichen der Disziplin bzw. des Verbands, das Gespräch mit der talentierten Reiterin und ihrem Umfeld zu suchen.

 

Frühere Texte und Dokumente zum Fall Karioka

 

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Gibt es auch so etwas wie 'Dogmanship'? Und wenn ja, gibt es das auch in Spanien? Die Appenzeller Poetin Anita Glunk widmet ihr Gedicht allen geschundenen Tieren, nicht nur den Hunden in Spanien:

Geschunden

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Blüten der Bedeutungslosigkeit

oder

Warum Sam und Lucca herumgeschubst werden

 

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Der Fall URLEVANA

Bericht vom Gespräch zwischen SVPS-Präsident Charles Trolliet, Verbandsgerichtspräsident Lucas Anderes, SVPS-Generalsekretär Alain Guillet und SEC-Redaktor Christoph Meier, verfasst von Letzterem, mit Anmerkungen der drei anderen Herren vom 1.10.10.

Frühere Texte und Dokumente

 

 

 

Der Fall Kluinhaar

Elektroschock vor dem Start zum 3*-Cross in Breda 2010 - Heinz Giesswein wendet sich an die Veranstalter, die FEI und den SVPS

Kommentar zum Fall Kluinhaar von Christoph Meier, ergänzt 9.9.2010

 

 

 

 

 

SEC-Winter-Talks 09/10: Ethik und Pferd

Denk- und Handlungsansätze (C. Meier)

Table Ronde Ethik und Pferd 18.11.2009: das offizielle Pressecommuniqué

Zur 'Würde des Tieres'

Bulletin SVPS zum Thema 'Korrektes Verhalten gegenüber dem Pferd':
Bulletin 12/09
Bulletin 13/09
Bulletin 14/09
Bulletin 15/09