Kritischer Gedanke zur vorausschauenden Planung
15.5.09/cam. Gute Führer planen weit. In unserem Sport bedeutet das zum Beispiel, Paare mit Potenzial und Leistungsbereitschaft für künftige Einsätze auf höherem Niveau nicht nur zu suchen, sondern sogar anzuregen, dass sich solche Paare überhaupt bilden. Dazu müsste man aber nicht nur ein taugliches Nachwuchsförderungskonzept haben, sondern auch fachkompetente Leute, die das Potenzial im Nachwuchs überhaupt erkennen können. Und es bräuchte den Willen, die Mittel und das Geschick, talentierte Pferde bzw. Ponys und talentierte ReiterInnen zusammen zu führen und zu begleiten. Auch wenn unser Verband nicht über die Möglichkeiten von Warendorf oder Rom verfügt und nicht Spitzenpferde gezielt Reitern mit entsprechendem Potenzial zur Verfügung stellen kann, so könnte er doch Massnahmen treffen, die es erleichtern würden, dass Pferdebesitzer und leistungsbereite, talentierte ReiterInnen zusammen finden, und weitere Massnahmen, dass Paare mit Potenzial auch gezielt gefördert und begleitet werden. Dominik Burger initiierte als Sportchef vor ca. 10 Jahren bereits einmal die sogenannten Kadertrainingsgruppen, die nach den Championaten der kommenden Jahre benannt waren. Damit löste er nicht nur eine Welle von Pferdekäufen und Unterstützungsaktivitäten im direkten Umfeld der leistungsbereiten ReiterInnen aus, sondern schaffte es auch, externe Geldgeber in die zukunftsgerichteten Projekte einzubinden. Es ist zu hoffen, dass nun, nachdem eine Teilnahme von Helvetiern an der WM in Kentucky aus verschiedensten Gründen wohl eher unwahrscheinlich geworden ist, wenigstens auf die EM 2011 in Luhmühlen und die OS 2012 in London hin vorausschauend und motivierend geplant wird. Mit rückwärts gerichteter Kaderbildung und abschreckenden Selektionsbedingungen, die weit über das von der FEI Verlangte hinausgehen, ist es auf jeden Fall nicht getan.