Kritischer Gedanke vom 18.6.09

18.6.09/cam.
"Je weniger Tiere, desto weniger landwirtschaftliche Treibhausgase"

so steht es in einer Pressemitteilung des helvetischen Bundesamtes für Landwirtschaft von heute. Und der einzige triftige Grund, warum man noch nicht gleich die Konsequenzen ziehen und die Tierbestände drastisch reduzieren will, ist der Fleischkonsum der Cervelatfresser-Nation. Dieser messerscharfen Logik kann man sich natürlich nicht entziehen.

Aber wieso sagt eigentlich niemand "Je weniger Menschen, desto weniger Treibhausgase" - oder, noch etwas deutlicher: "Je weniger Menschen, desto geringer die Belastung für den Planeten mit allen Tieren und Pflanzen." Und wenn in Ägypten alle Schweine - immerhin rund 350'000 - aus Angst vor der Schweingrippe geschlachtet werden, könnte man doch auch die menschlichen Bestände wieder einmal kräftig reduzieren? Droht denn der ganzen Fauna und Flora, dem Klima, dem Wasser, der Luft, dem ganzen Planetchen von irgendwoher Übleres als vom Menschen? Vielleicht müsste man die effizienten Schlächter von früher reaktivieren, den guten alten Adolf, den schnurrigen Josef oder den kultigen Mao? Wobei: die Talibänchen oder der nette Kim aus Korea sind ja auch recht brauchbar. Vielleicht richten sie's ja mit einem spassigen Bömbchen. Naja, Spielzeuge sind ja schliesslich zum Spielen da. Ist denn die Mentalität so anders, ob man Menschen oder Tiere als 'störend', als 'zu viel', als 'minderwertig' qualifiziert und beseitigt? Was ist das für eine Ethik, die sich immer noch auf so trottlige Vorstellungen stützt wie die vom Menschen als 'Krone der Schöpfung'? Wäre es nicht an der Zeit, so 200 Jahre nach Darwin die Vorstellung von einer Hierarchie mit oben und unten langsam aufzugeben, zugunsten eines Nebeneinanders und Miteinanders von Wesen, die nicht per se in eine Wertskala von höherwertig und minderwertig eingestuft sind? Und wären wir Rösseler nicht als erste dazu aufgerufen, dieses partnerschaftliche Miteinander von Mensch und Tier vorzuleben? Und - wenn ja - sollten wir nicht langsam eine etwas stärkere Lobby bilden, wenn solche Rechenschiebereien mit den Tieren nicht nur von eiskalt-seelenlos-inkompetenten Wirtschafts-hörigen Pseudo-Denkern wie den Schergen von Avenir Suisse, sondern sogar von staatlicher Seite her kommen, von einer Behörde aus Apparatschiks, die wir mit Steuergeldern berappen?
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