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8.8.10/cam.Gestern war nun auch Crossbauer Peter Hasenböhler zurück aus Sandillon und für eine Stellungnahme erreichbar. Wie so oft bei kleineren und grösseren Konflikten rückt es die Angelegenheit in ein anderes Licht und macht beide Positionen nachvollziehbar, ohne dass sich eine simple Lösung zeigen würde.
Laut Peter Hasenböhler ist die Möblierung der IENA-Anlage mit Ein- und Zweisternhindernissen zurzeit in keiner Weise ausreichend, um niveaugerechte Prüfungen durchzuführen. Nun stellte sich die Frage, selbst neue Hindernisse zu bauen oder Hindernisse zu mieten. Für die Miete spricht, dass man die Hindernisse nicht lagern muss und dass man nicht mehrfach dieselben Hindernisse anbietet auf demselben Platz. Peter erhielt ein seines Erachtens ausgezeichnetes Angebot zur Miete von 55 modernen Hindernissen aus Frankreich, die auch im Hinblick auf gute Transportierbarkeit konzipiert wurden. Natürlich bilden Miete und Transport dieser Hindernisse gewichtige Posten im Budget einer internationalen Prüfung, wie sie für Avenches geplant war. Aber auch das Bauen eigener Hindernisse ist mit rund CHF 3000 pro Hindernis zu budgtieren. Wenn man wirklich zwei verschiedene Ein- und Zweisternstrecken nach heutigem 'state of the art' bauen will, benötigt man aber in etwa soviele Hindernisse, wie Hasenböhler mieten wollte. Baut man sie alle selbst, hat man zusätzlich das Problem der Lagerung, das in Avenches in absehbarer Zeit nicht gelöst werden kann, da weder genügend Stauraum vorhanden ist noch Pläne für den Bau entsprechender Infrastruktur-Elemente bestehen. Gegen die langjährig im Gelände stehen bleibenden Hindernisse spreche auch die Erfahrung, dass hellere Hindernisse in der Regel besser gesprungen werden als dunkle - und dass ungeschütztes Holz nachdunkelt, ist bekannt.
Auf der anderen Seite rechnete der Veranstalter laut Hasenböhler nur mit etwa 80 Teilnehmern in beiden Prüfungen zusammen. Bei einem so kleinen Teilnehmerfeld mit entsprechend geringen Nenngeldeinnahmen sei es gar nicht möglich, ohne kräftige Hilfe von Sponsoren schwarze Zahlen zu schreiben, ob man nun Hindernisse miete oder neue baue, die bleiben. Laut Hasenböhler wird gemeinhin unterschätzt, wie sehr sich der Sport in den letzten Jahren verändert hat. Ein Crossbauer habe heute sehr viel mehr Denkarbeit zu leisten bei jedem Hindernis, das er in die Landschaft stelle, da sowohl die Live- wie die TV-Zuschauer und die ganze Öffentlichkeit, die vom Geschehen auf CC-Plätzen erfahre, Unfälle von Pferden und Reitern in gleicher Weise hinnähmen wie vor ein paar Jahrzehnten. Trotzdem müsse eine Selektion stattfinden im Gelände. Diese Aufgabe sei seines Erachtens nur lösbar, wenn man pferdefreundliche Sprungprofile baue bei jedem Hindernis, sodass vor allem das Überschlagen von Pferd und Reiter so gut wie möglich vermieden werden könne. Einen Steilsprung vor eine Treppe zu stellen wie in Kentucky vor ein paar Monaten, wo der britische Top-Reiter Oliver Townend schwer stürzte, hält Hasenböhler für eine sträfliche Missachtung der Grundsätze modernen Crossbaus. Ein richtig pferdefreundliches und doch selektives Cross wie Aachen oder Strzegom zu bauen, sei das Resultat unzähliger Überlegungen lange vor der handwerklichen Realisation auf Platz. Der Crossbauer müsse auch jederzeit bereit sein zu lernen. Wenn mehrere Pferde, darunter auch richtig gut springende CC-Pferde, am selben Sprung touchieren oder gar einen Rumpler produzieren, dann könne das nicht an den Pferden liegen, sondern müsse etwas mit dem Hindernisprofil zu tun haben. Der Crossbauer habe unverzüglich Massnahmen zu treffen, in schlimmen Fällen sogar ein Hindernis während der Prüfung aus dem Wettbewerb zhu nehmen, um Unfälle zu vermeiden (man denken an den Burghley-Pilz, an dem mehrere Topreiterinnen, u.a. seine eigene Tochter, schwer stürzten, bis Mark Phillips endlich bereit war, den Sprung zu entfernen).
All diese Aussagen relativieren natürlich die Sicht, die ich am 3.8. in untenstehendem Text vorstellte, als wir noch davon ausgingen, der primäre Streitpunkt sei das Honorar das Crossbauers gewesen.
Was das SEC-Championat betrifft, erklärte sich Peter Hasenböhler bereit, zu denselben Konditionen wie letztes Jahr die gewünschten Leistungen zu erbringen.
3.8.10/cam. Die Schweizer CC-Gemeinde freute sich riesig, endlich wieder einmal eine veritable internationale Veranstaltung im eigenen Lande zu haben. Wir machten überall im Ausland Werbung dafür und waren stolz, unseren CC-Freunden aus den Nachbarländern auch einmal etwas anbieten zu können. Wir waren auch überzeugt, dass nach dem Grosserfolg der Pony-EM 08 und den früheren internationalen CC's im IENA es auch diesmal bestens geklappt hätte. Charles Trolliet und Jean-Pierre Kratzer verfügen beide über einen ausgezeichneten Leistungsausweis als Organisatoren - und bislang waren die Geländestrecken von Crossbauer Peter Hasenböhler auch regelmässig Grund für Lob. Nun ist - wie wir aus gut unterrichteter Quelle erfuhren - Grund für die Absage der Veranstaltung die Tatsache, dass sich die Verantwortlichen mit dem Crossbauer finanziell nicht einigen konnten. Dies bedauern wir ausserordentlich. Natürlich kann man in Avenches auch mit einem anderen Crossbauer arbeiten. Peter Hasenböhler hat unseres Wissens weder einen Exklusivvertrag mit IENA noch gehört ihm die Anlage. Aber er kennt sie wie sonst nur Jean-Pierre Kratzer und hat schon viele Male schön gebaut. Ich würde es bedauern, wenn die Zusammenarbeit mit ihm nur wegen finanzieller Uneinigkeit hinfällig würde.
Für uns vom SEC stellt sich nun natürlich die Frage, ob wir unser für den 25. September geplantes Club-Championat im IENA durchführen können und wollen. Wir werden uns auf jeden Fall sehr rasch um die schriftliche Fixierung der Honoraransprüche des Crossbauers bemühen, damit wir allenfalls noch eine Ausweichmöglichkeit ins Auge fassen können. Wir halten die Mitglieder auf dem Laufenden.
Alternativen im In- und Ausland
Hier ein Link zum internationalen Datenkalender bis Ende Oktober. Alternativen zum CCI*/** Avenches bieten sich in der Schweiz zumindest für die an Einsternprüfungen Interessierten in Kloten-Birchwil am 15.8., in Châlet-à-Gobet am 21.8. und im NPZ Bern am 3.10., im nahen Ausland beim CIC* Altensteig/D (14.-15.8.), am selben Wochenende (12.-15.8.) in Sandillon/F CCI*/** und CIC***; in Bad Segeber/D ein CCI* (zusammen mit der EM der Junioren) vom 18.-22.8. bzw. am gleichen Datum in Le Pin au Haras/F CIC*/**/***-W (die Dreisternprüfung zum Weltcup zählend) bzw. im holländischen Helvoirt CIC*/**.
Vom 26.-29.8. bietet Schenefeld/D CIC**/***-W, am selben Wochenende kann man im österreichischen Laintal CIC*/** reiten oder in Giesenbach/D CIC*. Vom 2.-5.9. werden im holländischen Breda CIC**/*** durchgeführt.
Am für Avenches vorgesehenen WE schliesslich kann man im belgischen Waregem CCI*/**, in Langenhagen/D oder in Schwaiganger/D CIC*/** reiten.
Vom 16.-19.9. bietet Kreuzau/D eine CCI*, Montelibretti/I (eine Reise wert!) CIC*/**/*** und Varsseveld/NED CIC*/**..
Also nicht die Köpfe hängen lassen, eine Tankstellenbesitzerin bzw einen Öl-Scheich ehelichen und etwas weiter fahren - Prüfungen gibt's genug!

"Ha-ya, esooo schwär cha das ja FEI nid sii! Müesst haut d Scheiche unger t'Ärm nää we dr weit e Scheich ga reiche... - u so ne Scheich, dasch nie kë Seich!"
(Hmm wenn das nur ca do schlau düre schlurfende uftragsgeile Pruefskriagar oder ein anderes Rächtsverträierli gsiat und mi bim Mohammed verpfiiifft, süs würd emänd doch no Distanzsegglerai olympisch statt üsar hüere schöna Vilsitigkait:)
