Ich möchte Sie wärmstens vor sich selbst warnen. Denn die Chance ist riesig wenn nicht nahezu 100%, dass Sie die Texte, die Sie anzuklicken gedenken, nur durch Ihren offenbar eingeschränkten Wahrnehmungsfilter aufnehmen und damit im besten Fall zu gar keinem, im übleren Fall zu einem fürchterlich anderen Verständnis kommen als zu dem, das der Autor intendierte. Das Hauptproblem mit dieser weit verbreiteten Art von geistiger Behinderung ist allerdings, dass sie ab einem bestimmten Grad die Einsicht in ihr Vorhandensein verhindert. Ich habe nichts gegen geistig Behinderte. Es ist - abgesehen von der Häufigkeit ihres Auftretens - eine Behinderung wie jede andere auch. Es gibt ja immerhin ein sprachunabhängig und damit international decodierbares Symbol für 'Menschen mit eingeschränkten Fähigkeiten':

Aber 'eingeschränkte Fähigkeiten' haben wir doch alle. Es ist ja nur eine Frage, mit wem man sich vergleicht. Ich würde da doch eher den gelben Kreis mit einem Kreuz auf der Stirn empfehlen für Menschen, die des Denkens nicht kundig oder nicht willens sind. Und politisch korrekt könnte man ja als Legende sowas Kryptisches bringen wie 'memotechnisch und kombinatorisch herausgefordert' - das klänge doch ziemlich mitleidevozierend?
Es würde den schonungsvollen Umgang mit den Betroffenen ungemein erleichtern, wenn sie dieses Zeichen deutlich sichtbar als Stirnband, um den Hals oder auf der Schabracke trügen. Man würde dann ganz automatisch auf Dreiwortsätzchen umstellen in der Kommunikation wie: "Du wollen Batzeli?" verbunden mit einer entsprechenden Handgeste - das Reiben des Daumens auf den Fingerbeeren von Zeige- und Mittelfinger wird mutmasslich in weiten Teilen der Welt unschwer verstanden. Das wäre doch eine vornehme Aufgabe unserer Verbandsoberen, hier für die Gesamtgesellschaft eine Dienstleistung zu erbringen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Jedem Funktionär sein Behinderten-Logo! Die Zeiten der Motzereien nach einer Dressurprüfung gehörten sofort der Vergangenheit an. Friede und zarte Rücksicht würde auf den Turnierplätzen herrschen, Freiwillige würden den halbblinden GreisInnen den Arm reichen und sie zu ihren schitteren Hüttchen geleiten
Unsere grossen Brüder von ennet dem Teich sind uns in dieser Hinsicht ja weit voraus mit all den 'Rauchen ist tödlich', 'Never-open-hot', 'Keine Hunde in der Microwelle trocknen' - Warnschildern. Denn das Problem, das mich bei diesen Warnungen vor Meinungen beinhaltenden Texten umtreibt, ist das, das alle Werber weltweit wirbeln lässt: "Wie sag ich's meinem Kinde?"
Wie wollen Sie über Lautsprecher einen Tauben, über Plakate und Schilder einen Blinden vor einer Baugrube warnen? Genau so schwierig ist es, mit geäusserten Gedanken einen Nichtdenkenkönnenden (oder -wollenden) vor ihm nicht zuträglicher geistiger Kost zu warnen, da er - Im Unterschied zum Blinden - in der Regel gar nicht weiss, dass er geistig behindert ist. - Ich bin erst mal soweit, dass ich all denen empfehle, nicht weiterzulesen, die bereits den simplen Gedankengängen dieses Absätzchens nicht folgen konnten.
Sooo viel Einleitung - aber im Zuge der Amerikanisierung des Haftpflichtrechts, das immer den Dümmsten schützt, werden Warnungen und Haftungsausschlüsse immer wichtiger. Ach ja: was Goethe bei seinem Werther noch nicht musste, müssen heutige Möchtegerngoethes geflissentlich tun und gebetsmühlenartig wiederholen:
Jegliche Haftung für Depressionen, Selbst- oder andere Morde aufgrund der Lektüre meiner Texte wird ausdrücklich abgelehnt. Die Texte sind bewusst nicht benutzerfreundlich, nicht 'leicht gemacht', damit völlig unzeitgemäss, nämlich nicht für den oberflächlichsten, eiligsten, bildungsfernsten, und schon gar nicht für den humorlosesten Rezipienten gedacht, sogar wenn es sich nur um sowas wie ein 'Turnierberichtli' handelt.